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Sarah Hampe – Gründungsmitglied, Achtsamkeits Geek & Gesundheitsmanagement Studi

Ich bin Sarah - und das hier kostet mich Mut

Hallo! Schön, dass du den Weg zu meinem Artikel hier beim Silberstreif e.V. gefunden hast.
Ich bin Sarah, Gründungsmitglied des Vereins, examinierte Physiotherapeutin, Studentin des
betrieblichen Gesundheitsmanagements und – last but not least – Überlebende.

Ich will Mut machen!

Die nächsten Zeilen zu schreiben, kostet mich Mut und Überwindung, denn ich habe noch nie
öffentlich über meine Traumata und deren Folgestörungen gesprochen.
Doch ich möchte mein
Schweigen brechen.

Warum? Um anderen – euch – Mut zu machen, es mir gleichzutun.

Ich habe mich zu einem People Pleaser entwickelt

Um allen Betroffenen da draußen zu zeigen, ihr seid nicht alleine. Um einen Schritt zu machen, weg von der Stigmatisierung psychischer Erkrankungen und der Gesellschaft ein Gesicht zu einer Geschichte zu geben. Dies ist meine und ich hoffe, es nimmt der ein oder anderen überlebenden Seele die Angst
und Scham, ihre eigene Geschichte zu erzählen.

Ich habe durch familiäre Strukturen und Ereignisse früh gelernt, mich unauffällig zu verhalten und keinen Ärger zu bereiten. Mit und mit habe ich mich zu einem, wie man heute so schön sagt, People
Pleaser entwickelt. Ich habe mich mit Menschen umgeben, die der Mittelpunkt waren, auch um selber nicht im Rampenlicht zu stehen.

Es ist wohl nicht nötig zu erwähnen, dass dieses Muster
meinem eh kaum vorhandenen Selbstwertgefühl nicht geholfen hat. Mit den Jahren häuften sich dann Erlebnisse wie Mobbing, sexuelle Übergriffe, emotionaler und psychischer Missbrauch. Als
folge dessen entwickelte sich bei mir eine rezidivierende Depression, eine Essstörung, Zwangsstörung in Form einer Dermatillomanie, eine chronische Schmerzstörung und nicht zuletzt Störungen in der Impulskontrolle. Puh. Lange Liste.

Mit meiner Depression war ich allein

Bisher bin ich lediglich mit meiner Depression schon recht offen umgegangen, aber leider häufig auf Unverständnis gestoßen. Ich kann nicht mehr zählen, wie oft mir direkt oder durch die Blume
gesagt wurde, dass ich ein Simulant bin. Ein gebrochenes Bein ist für jeden sichtbar, eine gebrochene Seele nicht. Meiner Meinung nach liegt dort auch eines der gesellschaftlichen Probleme
im Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Das Thema möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht vertiefen.

Ich habe das Privileg, seit 2 Jahren intensiv therapeutisch betreut zu werden. Ich hatte einen 3 monatigen Aufenthalt in einer psychiatrischen Tagesklinik, eine 5 wöchige Reha und seit fast 2
Jahren eine ambulante Therapie.

Leider geht es den wenigsten Betroffenen so. Deshalb habe ich auch nicht gezögert, als Jasmin und Tanja mich eingeladen haben, Teil dieses Vereins zu werden.

Gemeinsam mit dem Verein möchte ich für mehr Therapieplätze kämpfen und Kostenübernahme ermöglichen. Außerdem liegt es mir persönlich am Herzen allen Betroffenen und auch den
Angehörigen so viel Hilfe und Tipps an die Hand geben zu können wie irgend möglich. Für mich persönlich heißt das, dass ich dem Verein all mein Wissen zur Verfügung stellen werde. Lasst es
mich in folgenden Wörtern sagen:

Überlebende – Content Unterstützung – Achtsamkeitsgeek –
Gesundheitsmanagerin.

Ich freue mich auf alle Wege die wir gemeinsam bestreiten werden und schicke euch eine virtuelle
Umarmung!

Namasté, Deine Sarah

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Eve Mucke

    Respekt liebe Sarah!

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