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Projekt Silberstreif goes Verein

Verein für Trauma Überlebende
& Missbrauchsbetroffene

Gestern ist die Entscheidung gefallen: Tanja und ich machen aus unserem „Projekt Silberstreif“ einen gemeinnützigen e.V. – zumindest ist das unser Ziel.
Der Weg dorthin ist gespickt mit deutscher Bürokratie – ein kleines Abenteuer auf unserem Weg zu etwas ganz Großem.

Warum muss es ein Verein sein?

Als Tanja und ich am Telefon darüber gesprochen haben, wie wir unsere Skils bestmöglich so einsetzen können, dass es Menschen besser geht, war „e.V.“ intuitiv direkt in unseren Köpfen.

Nach ein bisschen Recherche waren wir dann erstmal ein bisschen abgeschreckt, aber trotzdem war die Idee mit dem Verein noch nicht vom Tisch.

Die Frage war: Können wir unsere Werte nicht auch ohne dieses Label „gemeinnütziger Verein“ mit Betroffenen teilen?

Die Antwort lautet: Klar können wir das. Aber dann deckt sich das Projekt eben nicht mehr zu 100% mit dem wofür wir stehen.

Deshalb: Ein Verein.

Der Silberstreif als eingetragener, gemeinnütziger Verein

Allein bei der Vorstellung daran, wie ich hier sitze und alles für die Vereinsgründung vorbereite, wie der Verein dann (hoffentlich) später eingetragen und als gemeinnützig anerkannt wird, wie wir die ersten Zahlungen an unsere freien Therapeuten tätigen, die Kapazitäten für uns zur Verfügung stellen, durchfährt mich sowas wie ein Stromstoß.

Ich fühle mich elektrisiert, während ich das hier schreibe. Mein Herz klopft voller Vorfreude – ein bisschen so wie früher an Weihnachten, wenn es langsam auf die Bescherung zuging.

Ich habe mir schon immer gewünscht, wirklich was in der Welt zu bewegen. Einen Fußabdruck zu hinterlassen. Nicht unbedingt in den Geschichtsbüchern, aber in den Leben von Menschen. Ich wünsche mir, das Leben von Menschen besser zu machen. Und es fühlt sich für mich so natürlich und richtig an, dass ich dabei eben nicht mehr die „High Ticket Life Coaching Schiene“ fahre – weil ich wirklich glaube dass das nicht der Weg ist, wie uns Trauma Überlebenden geholfen werden kann.

Was wir brauchen – und hier meine ich uns Betroffene von physischem, psychischem oder sexuellem Missbrauch, Gewalt oder sexualisierter Gewalt als Gemeinschaft – das sind neue Therapieplätze. Das sind mehr konkrete Hilfestellungen. Das ist ein größeres Hilfsangebot.

Nicht, dass es nicht schon Vereine gäbe, die sich der Arbeit an, für und mit Überlebenden traumatischer Erfahrungen verschrieben hätten. Aber wie heißt es so schön? Viel hilft viel. Und in Sachen Trauma Hilfe sind wir von „davon haben wir mehr als genug“ wirklich noch meilenweit entfernt.

Vielleicht ist es der eingetragene, gemeinnützige Verein, der für uns (und hoffentlich auch für dich) den Unterschied macht. Das hier ist keine One-Woman-Show – was für mich ehrlicherweise eine ganz neue Erfahrung ist. Ich habe bisher alles allein gemacht. Als Coach waren meine Projekte meine Babys. Klar spielt da auch mein Kontrollzwang durch den Missbrauch eine Rolle, aber ich konnte mir im Leben nicht vorstellen, zu delegieren oder Verantwortung zu übertragen.

Das hier ist anders. Das hier geht über mich bzw. uns als Personen hinaus. Es ist ein Projekt von Missbrauchs Überlebenden für Missbrauchsüberlebende. Und natürlich auch für Überlebende anderer Traumata.

Gemeinsam stellen wir uns einem Leben mit Traumafolgestörungen. Aus dem Durcheinander voller Frust, Wut, Ängsten und Zwängen konstruieren wir ein Leben, das uns erfüllt. Ein Leben, das sich nicht so anfühlt, als wäre man einfach nur froh es möglichst schnell hinter sich zu bringen. Und das tun wir gemeinsam mit dir, auf Augenhöhe.

Wir (damit meine ich Tanja und mich) sind nämlich nicht besser, oder schlauer oder hatten es einfacher als du. Unser Weg war einfach nur zufällig ein bisschen anders verlaufen, und deshalb sind wir dir mit unseren Selbstcoaching Strategien einen oder zwei Schritte voraus. Das bedeutet aber auch: Wir können dir helfen. Vor allem, weil wir dich verstehen.

Der eingetragene, gemeinnützige Verein bündelt dieses Streben nach Gemeinschaft. Er vereint unsere Werte mit unserem Ziel diese Welt besser zu verlassen, als wir sie vorgefunden haben.

Und ich bin dankbar und glücklich, wenn du ein Teil davon wirst.

Deine Jasmin

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