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Die beste Selbstliebe Übung für Affirmationsmuffel

Radikale Selbstakzeptanz - und wie du dich vorher selbst "Austricksen" kannst

Ich wette du bist schon mehr als ein Mal über den Begriff „Selbstliebe“ gestolpert. Und bestimmt schlummert da in dir zumindest so eine Ahnung, dass dir das dabei helfen kann, dich besser zu fühlen.

Ich will hier gar nichts beschönigen: Natürlich reicht es auf Dauer nicht, dir ein paar Affirmationen aufzusagen, damit du dich wirklich aufrichtig, so von innen und aus dir selbst heraus, wertschätzt. Da hilft auf lange Sicht nur die bedingungslose, radikale Selbstakzeptanz: An sich-selbst-so-nehmen-und-schätzen-wie-man-eben-ist – und selbst die Traumafolgestörungen da mit einzuschließen.

Um da hin zu kommen, braucht es allerdings einen Perspektivwechsel, Zeit und Übung. Viel Zeit und viel Übung. Oh, und ein bisschen Geduld würde das echt erleichtern.

Jetzt machen wir uns aber erstmal keinen Stress. Sowas kannst du nicht erzwingen – und wenn ich ehrlich sein soll, sollte Selbstakzeptanz auch gar nicht dein primäres Ziel sein. Die stellt sich mit der Zeit ein, wenn dir durch die Arbeit an dir bewusst wird, dass du auch mit deinen Ecken und Kannten ein wertvoller und liebenswerter Mensch bist.

Die Gute Nachricht: Bis es so weit ist, können wir unser Gehirn (und auch irgendwie uns selbst) austricksen. Wir können uns Linderung verschaffen, unser Gemüt ein bisschen tüddeln und dafür sorgen, dass wir uns doch ein bisschen besser fühlen.

Mit der Übung, die ich dir heute vorstellen möchte, brauchst du dazu noch nicht mal ne Affirmation aufsagen (Affirmationen sind zwar hilfreich, aber zugegebenermaßen nicht jedermanns|jederfraus Sache.

Unser Körper ist ein Wunderwerk

Ganz egal, wie du zu deinem Körper stehst (und ich vermute mal einfach, dass du wie die meisten von uns auch nicht gefeit bist vor diesem ganzen Schönheitsideale-Unsinn):

UNSER KÖRPER IST EIN WUNDERWERK.

Da stimmst du mir doch sicher zu? Denk nur mal daran, dass du das hier gerade lesen kannst, weil deine Augen den Lichteinfall und die Farbmuster über die Netzhaut an das Gehirn weitergeben. Und das Gehirn, dieses merkwürdige Gebilde, transport dann nicht nur Bilder und Zeichen, sondern mit den Zeichen semantische Zusammenhänge in dein Bewusstsein, so dass meine Gedanken in deinem inneren Ohr wiederhallen können.

Und während ich das Schreibe, huschen meine Finger in Windeseile über die Tastatur, fast von allein. In Bruchteilen von Sekunden werden aus meinen Gedanken Worte, die Worte umgewandelt in zig Impulse, die Impulse in unzählige Bewegungen, die Bewegungen in erfahrbare Spuren meiner Gedanken.

Also ich finde das wirklich ertaunlich.

"Lieber kleiner Zeh..."

Meine Selbstliebe Übung für dich ist eigentlich total einfach und basiert auf der Idee, dass unser Körper tatsächlich ein Wunderwerk ist.

Ich mein, selbst dass wir uns mit Traumafolgestörungen rumschlagen müssen ist genau genommen ein kleines Wunder. Da werden aufgrund von bestimmten Erfahrungen automatisierte Prozesse und Mechanismen in unserem Gehirn verankert (und das ganz ohne Training oder Übung oder Bewusstsein), die darauf ausgelegt sind uns zu schützen und unser Überleben zu sichern.

Klar ist das Ergebnis einerseits beschissen, denn die Konsequenz ist dann eben dieses Leben mit Traumafolgestörung. Andererseits bist du ja genau jetzt genau hier, weil du entschieden hast, dass dieses Leben auch MIT den Traumafolgen lebenswert und glücklich sein soll. Und wenn du magst, kannst du dir jetzt ganz kurz einen Moment gönnen bevor es weiter geht und einfach nur mal „Danke!“ sagen oder denken. Weil dein Körper da eine Glanzleistung vollbracht hat.

In der Übung, die du in aller Ruhe oder auch gerne in Etappen durchführst, legen wir unseren Fokus genau darauf: Auf das, was unser Körper leistet. Auf das, was er uns ermöglicht.

Ganz ohne Schnickschnack, ruhig mit einer gesunden Portion wissenschaftlicher Objektivität. Wir wollen uns hier nicht „zwingen“ Dankbarkeit für Sachen zu fühlen, die wir in Wirklichkeit gar nicht empfinden.

Ziel der Übung ist es eigentlich eher, unsere ehrlich empfunden Anerkennung, Achtung oder Wertschätzung auszudrücken.

Denn auch – und das ist der Trick – wenn du nicht überquillst für Freude und Dankbarkeit, weil dein kleiner Zeh seinen Teil dazu beiträgt, dass du beim Stehen und Gehen dein Gleichgewicht halten kannst, kannst du vielleicht trotzdem anerkennen, dass das ziemlich cool von ihm ist.

Das geht auch ohne Gefühls-Gedöns. Es reicht, wenn du im Geiste ein schweigsames, anerkennendes, sparsames Nicken an deinen kleinen Zeh da unten schickst.

Nimm dir Zeit für ein bisschen Anerkennung

Im Grunde ist das auch schon, wie diese Selbstliebeübung funktioniert.

Das ist nicht schwer – allerdings solltest du dir hierfür wirklich Zeit nehmen.

Starte bei deinem kleinen Zeh und gleite dann deinen gesamten Körper ab. Beziehe Knochen und Gelenke mit ein. Muskeln. Extremitäten. Innere Organe und erkenne an, was sie können.

Du kannst dich hierbei zum Beispiel an Dingen orientieren, die du gerne tust. Wenn du gerne kochst und isst (wie ich), dann kannst du zum Beispiel deinem Gehirn danken, dass es sich so viele Rezepte merken oder neue Gerichte kreieren kann. Du kannst deiner Nase danken, dass sie dir sagt, wenn was anbrennt. Oder dass sie dich mit Vorfreude beschenkt, wenn sie dir das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Danke deinen Händen, dass sie geschickt genug sind, dass du mit dem Messer die Zutaten kleinschneiden kannst. Und deiner Zunge, dass die unzähligen Geschmacksknospen dir erlauben, das zubereitete Essen zu genießen. Oder dir die richtige Motivation geben, um neue Rezepte auszuprobieren. Und so machst du dann einfach weiter.

Du siehst: Das alles sind Tätigkeiten oder Handlungssequenzen, für die du deinem Körper ganz ohne Schischi einfach mal sagen kannst: „Cool, Mann. Ohne dich würde das vermutlich nicht so klappen“.

Du kannst die Übung regelmäßig wiederholen. Dabei ist es egal, ob du lieber die gleichen Abläufe wählst oder dich jedes Mal auf eine andere Tätigkeit fokussierst.

Tipp: Schreib's in dein Notizbuch oder Journal

Ich weiß nicht, ob dir der Begriff „Journaling“ was sagt. Auf jeden Fall will ich den Beitrag hier nicht schließen ohne dir geraten zu haben, die Übung am besten schriftlich (genauer gesagt: handschriftlich) durchzuführen.

Kauf dir dazu am besten ein Handelsübliches Notizbuch – das ist dann dein sogenanntes Journal.

Hier ist Platz für Selbstreflexion, Gedanken, Ideen. Aber auch für Wünsche, Ziele und Sachen die dich nerven. Und eben auch für Selbstliebeübungen. (vielleicht sogar ganz besonders für Selbstliebeübungen).

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